Am Freitag, den 26. Juni 2020 sind wir zur Kleinen Scheidegg auf 2061m angereist, um uns an die Höhenluft zu klimatisieren. Wir haben in einem Doppelzimmer geschlafen. Die Duschen und Toiletten waren auf dem Gang mit den anderen Gästen zu teilen. Am nächsten Tag, Samstag 27. Juni 2020, sind wir auf das Jungfraujoch weiter gereist. Dort haben wir im Restaurant Chrystal Mittag gegessen. Um circa 13.00 Uhr sind wir zur Mönchjochshütte auf 3650m gewandert. Dort gab es kein fliessendes Wasser. Den Tee, Kaffee und Suppe etc. mussten sie mit dem Schnee machen, das heisst sie haben diesen schmelzen lassen. Die Toiletten waren ganz spartanisch wie in alten Zeiten, es war ein Klo mit einem Loch unten welches direkt in die Berge “herausflog” … Am Sonntag 28. Juni sind wir früh morgens um 7:00 Uhr los gelaufen über den Aletsch Gletscher zur Jungfraujoch Bahn, hinunter mit der Bahn zur kleinen Scheidegg. Dort konnten wir nochmals duschen.

Dann mit dem ersten Zug nach Grindelwald. Wir nahmen dort unser Auto und fuhren nach Martigny. Paulin nahm uns dann mit nach Chamonix. Wir packten unsere restliche Kletterausrüstung zusammen, und fuhren mit der Seil Bahn nach oben auf Aiguille du Midi – 3842m. Von dort aus wanderten wir während einer Stunde zur Refuge des Cosmiques Hütte 3613m. Wir hatten recht schlechtes Wetter, es gab Schneeregen und starke Stürme. Am Montag war das Wetter ebenfalls sehr schlecht bis 110 km/h Sturm und dichter Nebel. Im Wetterbericht war der Dienstag der einzig schöne Tag. Ich hatte keine Sturmmaske und meine Jacke war für diese Bedingungen nicht ausreichend. Deshalb haben wir uns entschlossen am Montag zurück zur Bahn zu marschieren und mit der Seilbahn runter ins Tal eine wasser- und sturmfeste Jacke zu kaufen.Weil es so stürmte hatte die Bahn zu … Wir hatten einen Mitarbeiter der Bahn angetroffen, der mir eine Jacke auslieh, wir gaben ihm 20 €. Diese Jacke war wirklich meine Rettung. Ich hätte sonst die Tour abbrechen müssen!

Wir marschierten dann zurück zur Hütte. Wir haben uns entschieden erst um 04.00 Uhr los zu laufen statt 01.30 Uhr, weil das Wetter so schlecht war. Wie geplant sind wir dann um 03.00 Uhr frühstücken, und um 04.00 Uhr losmarschiert. Es war ein sehr harter Aufstieg mit vielen Herausforderungen, welche ich nicht geahnt hatte. Viele Klettereien mit Pickel und Steigeisen, über Gletscherspalten, Gletscherwände hinauf und Gradwanderungen auf 50cm breiten Wegen – wo es links und rechts mehrere hundert Meter den Hang hinunterging.

Nun ab circa 4200m sind wir dann wirklich nur noch in kleinen Schritten marschiert, ein Schritt circa 40 cm. Um 12.50 Uhr sind wir dann glücklich auf dem Mont Blanc auf 4810m angekommen. Die letzten 1.5 Stunden waren sehr hart und der Sturm fegte uns bei -11° und ca 70 km/h ins Gesicht. Markus und mir wurde es zunehmender schlecht …die mir bereits bekannte Höhenkrankheit! Oben angekommen umarmte ich Markus. Ihm ging es auch nicht gut, doch wir freuten uns sehr unser Ziel erreicht zu haben. Wir waren circa 10 Minuten oben, bevor der Abstieg wieder anstand. Wir hatten eine Überquerung vom Mont Blanc und durften noch zwei weitere 4000er übersteigen. Erschöpft und müde sind wir um 18.15 Uhr in der Berghütte Tête Rousse 3167m angekommen. Die Zimmer waren nicht beheizt und waren circa 0°.

Ich war mental so am Boden, ich musste nur noch weinen. Ich hab mich sofort hingelegt. Der Bergführer hatte die Vermutung, dass ich ein Lungenödem hatte. Ergab mir sofort Medizin dagegen. Ich hab dann geschlafen bis morgens um 04.30 Uhr. Um 07.00 Uhr sind wir dann runter zum Tal gewandert. Mit abnehmender Höhe ging es mir besser und besser, das Röcheln auf der Lunge und die Übelkeit verschwanden. Als wir dann in Chamonix angekommen sind, hatte ich Hunger! Ich konnte dann zum ersten Mal wieder essen. Ich hatte 30 Stunden lang keinen Happen zu mir genommen. Lediglich circa 2l Flüssigkeit. Der Auf- und Abstieg war das in meinem Leben bisher körperlich und mental anstrengendste Erlebnis für mich.

Erkenntnis aus der Reise

Bleib deinem Ziel treu auch wenn es manchmal hart wird! Gib nie nie niemals auf! Um den Berg zu erreichen, musste ich ganz kleine Schritte machen. Es wurde mir erst richtig deutlich ab circa 4000m. Je höher Du bist, umso kleinere Schritte muss man machen, um die Kraft einzuteilen. Körperlich und geistig hätte ich am liebsten ein paar Mal abgebrochen, aber ich hatte mir ein Ziel gesetzt und es gab für mich kein zurück. “Believe in You” heisst mein neues Buch und meine Firma, sowie auch mein Song mit Mr.Da- Nos. Glaube an dich und du wirst alles erreichen!